Interview: saltypeanut

Caro vom Blog Saltypeanut ist Expertin in Sachen Minimalismus und Slow Living. In diesem Interview berichtet sie darüber, wie sie zu ihrem minimalistischen Lifestyle gekommen ist und wie Minimalismus das Leben von vielen Menschen verbessern kann. Am Ende gibt sie noch drei Tipps, die sich einfach im Alltag umsetzen lassen.

  1. In einem Satz beschrieben, was heißt Minimalismus für dich?  

Minimalismus heißt für mich, nur noch die Dinge zu besitzen, die ich brauche und die mir Freude bereiten. 

  1. Erzähl uns doch bitte von deinem persönlichen Weg hin zum Minimalismus.  

Bevor unsere Tochter auf die Welt kam, haben mein Mann und ich sehr viel gearbeitet und das  gekauft, was wir gerade wollten. Wir hatten ein total volles Zuhause, aber viel Zeit hatten wir nicht miteinander. Ab und zu haben wir am Wochenende etwas unternommen. Und wir waren oft unglücklich. Dann kam aber unsere Tochter auf die Welt und nach und nach ist uns bewusst geworden, dass das Leben so viel mehr ist als nur arbeiten, den Haushalt machen und ab und zu in den Urlaub zu fahren. Dann haben wir uns zusammengesetzt und uns wurde klar, dass wir  etwas ändern müssen.  

Nach und nach haben wir uns immer mehr darüber informiert und dann bin ich auf Instagram auf das Thema „Slow Living“ gestoßen. Ich war total begeistert von dieser Lebensweise und habe uns dann das Buch „SLOW“ von Brooke McAlary gekauft. Mein Mann hat es zuerst gelesen und hat dann angefangen, auszumisten. Wir hatten sooo viel und ich war anfangs erstmal total  überfordert.  

Aber wir haben uns zusammengerauft und nach und nach immer mehr ausgemistet, verkauft, gespendet, verschenkt, wieder ausmistet usw. Und dann haben wir uns immer mehr über das  Thema Minimalismus informiert, haben viele Methoden ausprobiert, viele Tipps umgesetzt und dann wurde uns immer mehr bewusst, was wir wirklich brauchen und was nicht.  

Wir haben uns von all dem getrennt, was uns belastet hat. Wir haben uns von Dingen getrennt, die zu viel Zeit in Anspruch genommen und zu viel Platz eingenommen haben. Wir haben Hobbys aufgegeben, die uns nur ein schlechtes Gewissen bereitet haben und wir haben uns von Menschen getrennt, die uns nicht gut getan haben. 

Und dadurch haben wir immer mehr Zeit für uns gewonnen, sind achtsamer und bewusster geworden und auch viel dankbarer und zufriedener. Und jetzt möchte ich mit meinem YouTube-Kanal und meinem Blog unsere Erfahrungen und Tipps weitergeben, damit so viele Menschen wie möglich auch die Vorteile von einem minimalistischen Leben erfahren. 

  1. Warum glaubst du, fällt es vielen Menschen so schwer, weniger und bewusster zu konsumieren oder auch ganz von etwas loszulassen? 

Ich glaube, das liegt sehr viel an unserer Gesellschaft. Man möchte ja immer dazugehören. Wenn man etwas anders macht als andere, kann man ausgeschlossen werden. Und ich glaube das ist der Grund, warum viele Angst davor haben.  

Auch sind viele Menschen zu bequem. Weniger und bewusster zu konsumieren heißt ja, nicht das zu kaufen, was man möchte. Sondern sich vorher zu informieren, wo, wie und womit der Gegenstand hergestellt wurde. Oder man überlegt sich, ob man den Gegenstand nicht ausliehen, mieten oder gebraucht kaufen kann. Und das kostet natürlich auch Zeit. 

Beim Minimalismus überlegt man sich auch vor dem Kauf, ob man den Gegenstand braucht oder nicht. Und das bedeutet, dass man auch mal auf etwas verzichtet. Und das passt natürlich nicht in die Gesellschaft – denn da braucht man ja jeden Gegenstand! 

Beim Loslassen steht man auch unter dem Druck der Gesellschaft. Denn viele Menschen haben auch Angst davor, ein Stück ihrer Persönlichkeit wegzugeben, wenn sie einen Gegenstand weggeben. Aber das stimmt nicht! Denn unsere Persönlichkeit wird nicht von Dingen definiert, sondern von uns selbst.  

  1. Wenn jede/r von uns minimalistischer leben würde, was würde sich für jede/n persönlich und  auf gesellschaftlicher Ebene positiv verändern?

Ich würde sagen, dass wir auf der Welt alle zufriedener wären. Es würde keinen Krieg, keinen Diebstahl und auch keinen Neid und Missgunst geben – denn jeder wäre zufrieden mit dem, was er hat.  

Auch würden viel weniger Menschen unter Depressionen und Burnout leiden. Denn durch Minimalismus entzieht man sich dem Druck der Gesellschaft, immer perfekt zu sein und es jedem recht machen zu müssen.  

Das Miteinander wäre viel freundlicher und offener. Man würde sich Gegenstände gegenseitig ausleihen, sich gegenseitig etwas beibringen und viel mehr bewusst Zeit miteinander verbringen. Denn das Leben wäre nicht durch Konsum bestimmt, sondern vom Miteinander.  

  1. Für uns ist der Umstieg auf Naturseife als Allroundprodukt ein Schritt in Richtung Minimalismus im Badezimmer. Hast du noch 3 einfache Tipps für ein minimalistischeres Leben? 

Das ist auf jeden Fall ein sehr guter Schritt! Weitere Tipps von mir sind zB.: 

– Überlege dir immer vor jedem Kauf, ob du den Gegenstand wirklich brauchst 

– Überlege dir vor jedem Kauf, ob du den Gegenstand nicht ausleihen oder mieten kannst

– Nutze das, was du hast. Viele Dinge können auch anderweitig verwendet werden (z.B. kann ein  Messbecher auch sehr gut als Gießkanne verwendet werden)

Hier haben wir drei einfache Methoden zum Ausmisten vorgestellt

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